05.04.2018 19:20

Vier Studenten restaurieren eine Kaltgas-Kühlmaschine



Wenn alles gut geht und die Statik des Aufstellortes mitspielt, wird die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Maintal (BFS) im November um eine Attraktion reicher sein. Dank der Initiative von vier Studenten der Europäischen Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung (ESaK) wird in einem freiwilligen Semesterprojekt eine historische Anlage zur Erzeugung von flüssigem Stickstoff restauriert und teilweise modernisiert.

Das ehrgeizige Projekt wird von der im Dezember 2007 gegründeten BFS/ESaK-STIFTUNG Stiftung zur Förderung von Bildung und Wissenschaft in der Kälte- und Klimatechnik  mit achttausend Euro gefördert. Es ist ihr erstes Förderprojekt.

Am Anfang stand eine Schenkung. Der Verein HKK Historische Kälte- Klimatechnik e.V. erhielt einen mehr als fünfzig Jahre alten Philips-Kryogenerator geschenkt. Eine solche Maschine kann sehr tiefe Temperaturen erzeugen, und über einen nachgelagerten Prozess lässt sich nahezu reiner flüssiger Stickstoff gewinnen. Dieser eignet sich als Kühlmedium bspw. in Elektronenmikroskopen, zur Anwendung in Krankenhäusern, Sternwarten oder Labors von Universitäten.strong> Der Reiz, es zu packen. Aus dem Interesse an historischen Anlagen und deren Restauration entwickelte sich bei den Studenten die Idee, diese Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. „Als wir den Zweck der Maschine verstanden hatten, war für uns klar, dass sie sich wieder drehen musste“, so Sascha Hellmann, der Koordinator dieses spannenden Vorhabens.

Sascha Hellmann, Marius Heuer, Micha Kluge und Andreas Schiener sind Studenten der ESaK in den Fachrichtungen Klimasystemtechnik und Kältesystemtechnik. Sie arbeiten neben ihrem Studium während der dreimonatigen Theoriephase an dem Projekt. Bis November dieses Jahres soll die Anlage betriebsbereit sein. Läuft alles nach Plan, wird sie in dem Maschinenlabor der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Maintal aufgestellt.
Um ihr Projekt auch finanziell abzusichern, beantragten die Studenten bei der BFS/ESaK-Stiftung eine Förderung. Ihre prägnante Präsentation und die ausführliche Vorstellung des Projektes überzeugten das Stiftungskuratorium sofort. Die Antragsteller erhielten die Zusage einer Projektförderung von achttausend Euro. Zusammen mit den Spenden namhafter Hersteller und mit Sachspenden von Fachfirmen aus der Branche sind wohl auch in dieser Hinsicht die Weichen für ein gutes Gelingen des Projektes richtig gestellt.  

Vielfältiger Nutzen inbegriffen

Neben den technischen Reizen dürften die vielfältigen Nutzenaspekte dem Stiftungskuratorium die Entscheidung leicht gemacht haben. Der Erhalt historischer Anlagen und deren Kombination mit modernen Technologien sind von unschätzbarem Wert für eine praxisnahe Ausbildung der Fachkräfte von morgen. Wenn die Anlage in Betrieb ist, wird sie technische Abläufe und Prozesse anschaulich demonstrieren können. Sie wird die Durchführung physikalischer Versuche ermöglichen, und sie stellt eine weitere Attraktion als funktionsfähiges Schauobjekt der Bundesfachschule dar. Die Studenten lernen praktische Projektarbeit und eigenverantwortliches Handeln unter erschwerten Bedingungen, und insgesamt können alle Beteiligten ihre bemerkenswerte Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.
Dies ist unter anderem auch dem Engagement der BFS/ESaK-Stiftung zu verdanken, die sich nach Auskunft Ihres Vorstandsvorsitzenden Manfred Seikel über jeden weiteren Stifter freut, um auch in Zukunft erfolgreich ihren Stiftungszweck erfüllen zu können.
Ulrich Blasberg - Fachjournalist (DFJS)